„Ich habe keine finanziellen Anreize und Interessen, die mich dazu bringen, meine Gedanken hier offen zu zeigen. Aber eines ist gewiss – es ist meine grosse Sorge, dass der Mensch die Natur kaputt macht.“

Pidu Peyer machte für die Kurierausgabe vom 17. August 2018 einen eindrücklichen Fotostreifzug durch die Gemeinde und hielt seine Gedanken in einem Begleittext fest. „Der Mensch macht die Natur kaputt“, so sein Fazit. Insbesondere fallen ihm das zunehmende Fehlen von Bäumen, Hecken und Büschen auf. Pidu Peyer stellt zudem fest, dass  ihm als Hobbyphotograph auffällt, dass die grossen Raubvögel zunehmen,  während die kleineren (Singvögel) in der Gemeinde verschwinden. Ist das Oekosystem aus dem Gleichgewicht?

Zumindest die Beobachtung, dass sich die Vogelarten in Dietlikon verschieben und die Artenvielfalt abnimmt,  trifft zweifellos zu, wie die Zählungen von Birdlife eindrücklich zeigen (Stand 2008). (https://www.birdlife-zuerich.ch/vogelfinder/atlas-nach-gemeinden/gemeinde/dietlikon.html):

Birdlife fasst das  Resultat so zusammen: „Der Artenschwund  in den letzten zwanzig Jahren ist massiv. Vertreter aus allen Lebensraumtypen gingen verloren. Dies ist das Abbild der rasanten Überbauung von Dietlikon in  den letzten 20 Jahren.“

Das hat Folgen, die auch Pidu Peyer beobachte: Mit der Überbauung hat auch die Anzahl der (Obst)bäume und -Gärten markant und um viele Hektaren abgenommen: Wie in eigentlich allen Gemeinden im Schweizer Mittelland, war auch der Dietliker Ortskern früher durch Obstgärten umrandet. Diese Flächen sind heute weitgehend überbaut.

Luftbild von Dietlikon 1945.

Immerhin: In Dietlikon gibt es ein ökologisches Vernetzungsprojekt der Landwirtschaftlichen Nutzflächen. Träger ist die Gemeinde Dietlikon und alle Dietliker Bauern sind massgeblich darin eingebunden. Deshalb wurden beispielsweise im Storchenbühl neue Obstbäume gepflanzt und die Wiesen auf dem Bühl werden zu unterschiedlichen Zeiten  mit dem Messerbalken geschnitten. Das sind konkrete Biodiversitäts-Fördermassnahmen. Dietlikon hat mehrere solche Natur- und Landschaftsschutzobjekte, welche durch unsere Bauern nach strengen, ökologischen Standards gepflegt werden:  Neben dem Bühl der Klimm und das Gelände „üssere Grund“. Dazu kommen weitere, ökologische Ausgleichsflächen. Auch ein kantonales Naturschutzgebiet gibt es in Dietlikon, welches durch unsere örtlichen Bauern gepflegt wird. Ökologische Restflächen? Zweifellos.

Auch wir Nicht-Bauern sind deshalb gefordert, der Natur und unserem  Boden als Fläche Sorge zu tragen und die Natur zumindest zurück in unsere heutigen Siedlungen zu bringen.

Etwas vom mutigsten in diesem Zusammenhang ist es, Strassen und Plätze (zum Beispiel der Nägelihof-Parkplatz oder der Faisswiesen-Parkplatz) nicht zu versiegeln, sondern als Kiesplätze zu erhalten. Neben weiteren, für die Umwelt positiver Aspekte unversiegelter Flächen,  finden zum Beispiel die von Pidu Peyer erwähnten Schwalben hier das Material für ihre Nester (1).

Weitere Ideen finden Sie zum Beispiel auf dieser externen Internet- Seite.

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(1)

Wo man aber Nestmaterial anbietet, können die Bestände rasch wieder zunehmen. Gutes Nestmaterial besteht aus 60 % Steinmergel, 10 % Kalk (erhältlich im Garten- oder Baucenter), 20 % lehmigem Erdmaterial von der nächsten Baustelle und 10 % Pflanzenfasern (z.B. Heuhäcksel). Man rührt es mit Wasser zu einem Brei, hält es feucht und bietet es, z.B. auf einer Plastikfolie, an einem übersichtlichen, katzensicheren Ort (Vorplatz, Industriebrache, Flachdach, etc.) an. Es genügt auch, wenn von April bis Juni möglichst permanent lehmige Pfützen zur Verfügung stehen.

 

 

 

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