„Der Gemeinderat Dietlikon muss über die Bücher“  schreibt der Zürcher Unterländer im Frontartikel und auf Seite 2. Es geht um Einnahmen, welche der Gemeinderat für die Nutzung des öffentlichen Grundes durch Stromleitungen auf den Strompreis verrechnet. Ein Relikt aus vergangener Zeit? Die Gemeinde erhob die Abgabe nur für Strom, nicht aber für andere Medien der Werke Dietlikon wie Wasser, Abwasser oder Glasfaser. Dennoch muss der Gemeinderat bei den Dietliker Werken wohl grundsätzlich  „über die Bücher“.

Kanäle und Leitungen haben ihre durch­schnittliche Lebensdauer erreicht. Die Unterhalts- und Erneuerungskosten sind beträchtlich. Ein nationales Forschungsprogramm errechnete bereits im Jahr 2011 unter dem Titel «Was kostet das Bauwerk Schweiz in Zu­kunft und wer bezahlt dafür?» die für Erhaltung und Erweiterung der technischen Infrastrukturen im Jahr 2030 zu tragenden Kosten auf jährlich 31.5 Mia. Franken. Das sind rund 400 Franken pro Kopf.

Versetzen wir uns ins Jahr 2030. Wer plant, wer organisiert, wer setzt millionenteure Projekte zum Erhalt und zur Erneu­erung der Infrastrukturen effektiv und wirtschaftlich sinnvoll um? Wer liefert Strom, wer kauft ihn ein?                                                             

Die Antwort einer Studie des Gottlieb Duttweiler Instituts (GDI) ist eindeutig: Angesichts der komplexen Herausforderungen muss die Bewirtschaftung der Netzinfrastrukturen neu organisiert werden. Die Zusammenarbeit muss verstärkt, die Kom­petenzen neu gebündelt und die Aufgaben neu verteilt werden – lieber früher als später, so das GDI.

In kleinräumigen Systemen werden die Akteure kurz- oder langfristig überfordert sein, orakelte das GDI im Jahr 2013 weiter. Mit der aktuellen Totalrevision der Gemeindeordnung ist jetzt die Zeit reif,  wieder eine Werkbehörde  einzuführen – massgeblich mit der  zukunftsgerichteten Aufgabe,  eine tiefgrei­fende Neuorganisation der Dietliker Werke zu definieren und deren Umsetzung zügig an die Hand zu nehmen. Ein Praxisbeispiel aus einer anderen Gemeinde hier.

Der Aufbruch im Untergrund hat in Dietlikon in jedem Fall gerade erst begonnen.

Um das «Tafelsilber» zu erhalten, sind beherzte Schritte nötig.

< zurück zur Hauptseite

 


Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.